Hexenküche

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Kamille

 

1. Sammeln von Kräutern

Wichtigste Voraussetzung ist das genaue Erkennen der Pflanzen, geeignete Sammelplätze sind schwer zu finden, nicht alle Pflanzen sind zum sammeln geeignet, von giftigen Pflanzen die Finger lassen, viele können auch im Garten oder Balkon angesiedelt werden, manche stehen unter Naturschutz z.B. Arnika oder Schlüsselblume, Sammelzeitpunkte sind wichtig für eine erfolgreiche Ernte.

  • können je nach Standort leicht variieren, sammeln in den Morgenstunden – wenn Tau weg ist, an trockenen Tagen, Wurzeln, Knollen, Wurzelstock und Zwiebeln in der Ruhephase – Herbst, Blüten zur Blütezeit, junge Triebe und Blätter im Frühling meist vor der Blüte, Rinde am Anfang des Jahres Feb./März, Früchte im völlig ausgereiftem Zustand, Samen knapp vor der völligen Reife, ätherische Öl Pflanzen zur Mittagszeit
  • nicht übertreiben beim sammeln, während des Transports getrennt lagern, schnellst mögliche Verarbeitung oder Trocknung, richtiges Werkzeug und Sammelbehälter

2. Trocknung und Aufbewahrung

In Bündeln zum trocknen aufhängen, auslegen auf Trocknungsroste oder Papier, dürfen vorher nicht gewaschen werden, Platz sollte luftig und schattig sein (Schuppen, Dachböden, Flure), NICHT in der Küche oder Räume wo geraucht wird, getrocknete Pflanzen manchmal schwer zu unterscheiden – beschriften, Wurzeln nach ausgraben waschen, in Stücke schneiden und trocknen, in der Regel nach 1-2 Wochen trocken.Trockne Kräuter rascheln, werden von den Stängeln gerebelt , nicht zu klein sonst gehen wertvolle Inhaltsstoffe verloren, Aufbewahrung in dunklen Gläsern, Papiertüten oder Pappkartons, beschriften mit Name der Pflanze, Pflanzenteil, Datum, Anwendung, Vorrat nur für ein Jahr sammeln, frische Pflanzen immer den getrockneten vorziehen.

3. Inhaltsstoffe

Einige Inhaltsstoffe erfüllen wichtige biologische Funktionen in der Pflanze, Anlockung von Insekten durch Farbe und Geruch, Schutz vor Fraßfeinden, Schutz vor Bakterien, Viren und Pilze, Kontrolle von Wachstum und Entwicklung, Steuerung von Enzymrektionen, meist jedoch Abfallprodukte die im Stoffwechsel nicht gebraucht werden, Einlagerung in verschiedene Pflanzenteile, können im Bedarfsfall reaktiviert werden, pflanzliche Wirkstoffe in Gruppen zusammengefasst, heilwirksame Verbindungen in einer Gruppe meist ähnliche Wirkung, chemisch meist sehr unterschiedlich

3.1. Glykoside

Kommen recht häufig in der Natur vor, eine Verbindung eines Pflanzenzuckers mit einem zuckerfremden Bestandteil (Abfallprodukt), entfaltet Wirkung durch Einnahme, bekannt giftiges Maiglöckchen oder Fingerhut, sind Herzglykoside, Digitalis- Glykoside, 1. Ordnung, Anwendung nur durch den Arzt, müssen genau dosiert werden, können zu Vergiftungen bis hin zum Tod führen

Phenol – Glykoside, bekannteste ist SALICIN, haben schmerzstillende, fiebersenkende, entzündungshemmende und antirheumatische Wirkungen, zu finden in Weidenrinde, Mädesüß und Birkenblättern, bei Überdosierung Kopf- und Magen- Schmerzen, Schwindel, Fehlgeburt

Cumarin – Glykoside, sind im duftenden Heu, Waldmeister, Lavendel zu finden, können bei Überdosierung zu Kopfschmerzen, Erbrechen führen

Magenschleimhautentzündungen, Efeublätter (genaue Dosierung nötig sonst giftig – nur in Apotheke kaufen), Schlüsselblumenwurzel, Königskerze, Birke und Gänseblümchen

3.2. Alkaloide

Sind sehr stark wirkende Stoffe – Heilgifte, sehr komplexe stickstoffhaltige Verbindungen, meist feste Substanzen, Stoffwechselprodukte vor allem in Blättern, Rinden und Früchten, wenn Alkaloide als Hauptwirkstoffe – keine Selbstmedikation, können sehr giftig sein, wirken dämpfend, beruhigend, narkotisch, Keim- und Pilztötend, Anteil an Giftpflanzen in der Natur bei ca. 30%, (Bilsenkraut, Maiglöckchen, Eisenhut, Stechapfel), Kaffee, Tabak und Opium auch giftig, Körper stellt sich darauf ein (Sucht)

Alkaloide sind in geringen Mengen auch in anderen Heilpflanzen, Pyrrolizidin – Alkaloide in Beinwell und Huflattich, laut Kommission E sollen diese Pflanzen nur 2-mal jährlich für 3 Wochen angewendet werden, Grund: bei Überdosierung krebserregend und Leber schädigend

Was tun bei Vergiftungen?????

Bei falscher Einnahme oder Dosierung sofort Arzt informieren, welches Mittel eingenommen wurde, Vergiftungserscheinungen sind: Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Halluzinationen, Kreislaufkollaps, Bewusstlosigkeit, Atemstillstand, dürfen nicht in der Schwangerschaft angewendet werden

3.3. Flavonoide

Sind weit verbreitet im Pflanzenreich, verschiedene Stoffe mit unterschiedlicher Struktur, alle gemeinsam gelb – orange Farbe, unterschiedliche chemische und physikalische Eigenschaften, braucht die Pflanze um sich vor UV- Licht zu schützen und Gefäße abzudichten, Sonnenpflanzen sind meist gelb, wirken Herz – Kreislauf stärkend (Weißdorn), Krampflösend (Gänsefingerkraut, Kamille), entwässernd (Birke), stimmungsaufhellend (Johanniskraut), durchblutungsfördernd (Ringelblume)

Nebenwirkungen können unterschiedlich sein, Johanniskraut – erhöht Lichtempfindlichkeit der Haut, Weißdorn darf nicht bei niedrigem Blutdruck genommen werden

3.4. Schleimstoffe

Sind chemisch zuckerhaltige Stoffe, quellen im Wasser sehr stark auf, bilden faden ziehende Flüssigkeit, wirken Reiz mildernd auf Schleimhäute (Schutzschicht)

eingesetzt bei Husten (Spitzwegerich, Malve), bei Verstopfung (Leinsamen), Magenproblemen, äußerlich bei Hauterkrankungen (Ringelblume)

3.5. Gerbstoffe

Sie sind in der Lage Eiweißstoffe der Haut und Schleimhaut zu binden, überführen sie in widerstandsfähige und unlösliche Stoffe, entziehen den Bakterien den Nährboden, vernetzen Eiweiße miteinander, festigen obere Haut und Schleimhautschichten, wirken schmerzstillend und Bakterien abwehrend, zu finden meist in Rinden und Wurzeln oder Blättern, Funktion in der Pflanze – zum Schutz vor Fäulnis, Nässe und Schädlingen, sind gut im kochenden Wasser und Alkohol lösbar, Anwendung: als Gurgelmittel bei Hals – und Zahnfleischentzündungen, bei Schweißfüßen, bei nässenden Wunden (entzündungshemmend), Magen- Darminfekte, typische Gerbstoffpflanzen sind: Salbei, Scharfgarbe, Eichenrinde, Frauenmantel,

3.6. Saponine

Wort leitet sich von Sapo – Seife ab, pflanzliche Glykoside die im Wasser schäumen, reinigen den Körper werden aber nicht aufgenommen, eingesetzt als Hustenmittel um das Abhusten zu erleichtern (lösen Schleim), haben auch harntreibende Wirkung (Frühjahrkuren), bei Hautunreinheiten und rheumatischen Beschwerden, begünstigen die Aufnahme anderer pflanzlicher Wirkstoffe, Überdosierung führt zu Übelkeit, Erbrechen,

3.7. Bitterstoffe

Werden schon lange in der Heilpflanzenkunde verwendet, schmecken bitter, wirken anregend belebend auf Verdauungsdrüsen, wohlbefinden für ganzen Organismus, mindern Blähungserscheinungen, stützen indirekt das Immunsystem, regen Hormondrüsen an, aktiviert Magen und Darmbewegung, man spricht von Bitterstoffdrogen wenn ihre Wirkung auf Bitterstoffe zurück zu führen sind, es gilt weniger ist mehr –Überdosierung verlangsamt Verdauungsprozess

vorsichtig dosieren – laut Rezeptur, Bitterstoff- Tees nicht süßen sonst Wirkungsaufhebung, Beifuss, Löwenzahn, Hopfen, Mariendistel

3.8. ätherische Öle

Sind flüssige Pflanzenstoffe, verflüchtigen sich leicht, meist angenehmer Geruch, sind hoch komplizierte Gemische aus vielen Komponenten, Lavendel z.B. 160 verschiedene, bis heute nicht alle entschlüsselt , in Blüten, Blättern, Samen zu finden, meist in speziellen Ölzellen, werden durch reiben frei gesetzt, werden sehr geschätzt in der Heilkunde, wirken antibakteriell, entzündungshemmend, krampflösend, reizmildernd, beruhigend, schmerzstillend, anregnend

typische Vertreter sind: Lindenblüte, Holunderblüten, Zitronenmelisse und Kamille

finden Anwendung bei Atemwegserkrankungen, Schleimhautentzündungen, Blähungen, Appetitmangel, Beruhungsmittel, Schlafstörungen, Nebenwirkungen: in hoher Dosis giftig, können Allergien auslösen, nicht in der Schwangerschaft nutzen

4. Selbstmedikation

Kräuter können zur Behandlung von kleinen Alltagsbeschwerden eingesetzt werden, z.B. Magen- und Darmerkrankungen, Erkältungskrankheiten, Haut- und Schleimhautentzündungen, Atemwegserkrankungen, Unruhe, Stress, Schlafstörungen„Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen“ – NEIN, falsche Diagnosen sind möglich, Über – oder Unterdosierung, Nebenwirkungen können auftreten bis hin zu Vergiftungen, brauchen oft länger bis sie wirken, wenn Beschwerden anhalten – ARZT!!

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